Lozzi on Tour

Wie viele andere Orchester, geht das MKO auch mal auf Tour. Vom Konzert in Ravensburg bis zu großen Tourneen durch Asien und Südamerika ist alles dabei.
Nun hatte der Kammerchor unserer Schule die Möglichkeit auch mal auf Reisen zu gehen. Unser Ziel: Berlin.
In der Hauptstadt fand letzte Woche nämlich der “Grand Prix of Nations” statt, wo 30 Chöre aus 15 verschiedenen Nationen zusammen kamen, um in verschiedenen Kategorien gegeneinander anzutreten oder sich bei Freundschafts- und Gala-Konzerten gegenseitig ihre Stücke vorzutragen.
Schon seitdem unsere Leiterin den Wettbewerb im September angekündigt hatte, freuten wir uns auf den 1. Februar. Total hibbelig und aufgedreht traten wir die sechsstündige Zugfahrt an, waren allerdings bis zu unserer Ankunft im Hostel ziemlich erschöpft und bereit für das Bett.
Lang konnten wir nämlich nicht aufbleiben, denn am nächsten Morgen wurde es schon ernst: unser Wettbewerbs Auftritt.
Trotz der frühen Stunde am nächsten Tag, hat jeden schon eine gewisse Grundnervosität aber auch Vorfreude ergriffen. Auf der Fahrt zur Philharmonie wurde auch kaum über etwas anderes geredet. Man ging nochmal die Stücke mit seinen Freunden durch, versuchte sich seine Stimme nochmal zu verinnerlichen und gleichzeitig doch noch etwas von Berlin mitzubekommen.
In der Philharmonie angekommen, die architektonisch ein wunderschönes Gebäude ist, gerieten wir mehr und mehr in den “Konzertmodus” und versuchten so konzentriert wie möglich zu sein. Was, wenn man 16-18-jährige Schüler kennt, nur mäßig geklappt hat; natürlich waren wir ein wenig sehr überdreht. Um 10:30 Uhr galt es jedoch: konzentrieren und jeder sein Bestes geben.
Nun ja, meiner Meinung nach hätten wir durchaus besser abliefern können, aber schlecht waren wir trotzdem nicht. Aber es war geschehen und nun konnten wir nur noch auf den Anruf warten, der gegen Mittag unser Weiterkommen verkünden sollte. Jeder verbrachte die Freizeit, die wir danach hatten, Berlin selbstständig zu erkunden. Doch ruhig und gelassen war kaum jemand: wann kam endlich dieser Anruf?!
Er kam leider gar nicht. Zutiefst enttäuscht besuchten wir das erste Freundschaftskonzert, um unsere Konkurrenten zum ersten Mal zu hören.
Wir waren größtenteils …ja …überrascht (und wahrscheinlich in dem Moment schlechte Verlierer), aber konnten es nicht fassen, dass bei einem Chorwettbewerb jeder Chor eine Tanzeinlage hatte. Unsere Lektion für nächstes Mal: in Dirndl und Lederhosen anreisen und vom Schuhplattler bis zum Schäfflertanz alle bayerischen Tänze mit einbauen.
Scherz beiseite: die anderen Chöre waren natürlich sehr sehr gut und sehr schön anzuhören. Der Tanz-Aspekt und warum wir es nicht weiter geschafft haben bleiben uns trotzdem noch ein Rätsel…
Aber ganz verschwendet war die Reise nach Berlin nun auch nicht. Wir legten noch zwei super Auftritte hin, hatten Zeit um Berlin zu erkunden, Museen zu besuchen, Shoppen zu gehen, die Stadt nachts unsicher zu machen und genossen die Tage in vollen Zügen. Außerdem nutzten wir aus, dass auch andere Chöre wie aus Litauen und Slowenien in unserem Hostel einquartiert waren, knüpften Kontakte und verbrachten lustige und schöne Abende zusammen. Wir mussten Berlin schweren Herzens und auch ein wenig übermüdet Sonntag früh verlassen und feststellen, dass Konzertreisen zwar super viel Spaß aber auch viel Erschöpfung mit sich bringen.

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(emho)

Eindrücke aus Probe und Konzert des MKO

Als Außenstehender fragt man sich vielleicht manchmal, wie ein Konzert auf die Beine gestellt wird und wie die Proben eines Profiorchesters ablaufen.
Beim MKO gibt es die Möglichkeit, Proben zu besuchen und somit die Entwicklung eines Stückes über die Probe hin zum Konzert zu verfolgen und mitzuerleben.

Wir haben diese Möglichkeit genutzt, am Mittwoch den 25.01. die Probe und das Werkstattgespräch für das vierte Abonnement-Konzert besucht und waren sehr beeindruckt. Das Orchester hat ausschließlich die „Nocturne“ op. 60 von Benjamin Britten geprobt und das Stück nicht nur perfekt vorgespielt, sondern wirklich daran gearbeitet. Man hat also als Zuschauer eine intensive Probe zu sehen und zu hören gekriegt, was für mich sehr faszinierend war.
Da wir ja auf ein musisches Gymnasium gehen, sind uns die Probenabläufe im Großen und Ganzen vertraut. Allerdings ist die Probensituation im MKO doch eher anders als die an unserer Schule. Es läuft alles viel konzentrierter, professioneller und organisierter ab als bei einer Probe von ungefähr 50 Schülern oder mehr (wo es schon mal etwas chaotisch werden kann).
Besonders aufgefallen ist mir während der Probe, dass Clemens Schuldt sehr auf den Solisten das Stücks, den Tenor Ian Bostridge, eingegangen ist und ihn nach seiner Meinung gefragt und diese auch berücksichtigt hat und versucht hat sie umzusetzen.
Außerdem herrschte die gesamte Probe zwar eine konzentrierte, aber auch lockere Atmosphäre, mit viel Humor von Clemens Schuldt.
Auch Ian Bostridge hat sich immer wieder zu Wort gemeldet, dem Publikum bestimmte Texte erklärt und zu diesen Gedichte vorgelesen.
Ich fand das Stück sowohl in der Probe, als auch im Konzert sehr beeindruckend. Vor allem im Konzert war es spannend, da man einzelne Stellen aus der Probe wiedererkannt hat und auch wegen des Werkstattgesprächs ein viel größeres Hintergrundwissen zu dem Stück, Ian Bostridges Interpretation und den mutmaßlichen Gedanken des Komponisten Benjamin Britten besaß.
Das Stück „Un leggiero ritorno di cielo“ von Stefano Gervasoni war vom Höreindruck her für unsere Ohren eher ungewohnt und blieb uns bis zum Schluss etwas fremd. Aber das ist sicher Geschmacksache.
Im Werkstattgespräch wurde mit Stefano Gervasoni unter anderem das Thema „Ende in modernen Stücken“ thematisiert, da man oft den Eindruck hat, dass in der modernen Musik die Stücke einfach so „abbrechen“. Auf diesen Einwurf antwortete er, dass das Ende oft eine Art Hoffnungsnachricht sei, die offen bleibt. Es kann also sowohl gut als auch schlecht weitergehen.
Die Posthornserenade von Mozart kann man allerdings, auch nach Stefanos Meinung, nicht mit moderner Musik vergleichen, da es zwei unterschiedliche Kompositions- und Gattungsarten sind und Mozart einfach als Klassiker zählt.

Im Großen und Ganzen verdeutlichen die drei Stücke gemeinsame Themen, welche aus dem Werkstattgespräch deutlich wurden:
Die Gegensätze, sowohl von Hoch- und Tiefpunkten, als auch von Tag und Nacht. Außerdem sind sie voller Hoffnung, was wieder zur Reformation (das Saisonthema des MKO) zurückführt.
Letztendlich kann ich nur sagen, dass, wenn Sie die Möglichkeit haben, vor dem Konzert eine Probe oder ein Werkstattgespräch zu besuchen, Sie diese unbedingt ergreifen sollten, da es einfach eine spannende und interessante Erfahrung ist, die man einmal gemacht haben muss.

(anbe)

Liebe Leser, liebe Schüler und Lehrer, liebe Eltern, liebe Freunde des MKOs,

nachdem das Luipold-Gymnasium in der letzten Saison des MKO einen Blog geführt hat, werden nun wieder wir (das neue P-Seminar 2016/18 des Pestalozzi-Gymnasiums) an dieser Stelle übernehmen.
Ein Jahr lang wollen wir in regelmäßigen Abständen über die von uns besuchten Konzerte, aber vor allem auch über unsere Zusammenarbeit mit dem Münchener Kammerorchester (MKO) im Rahmen unseres P-Seminars berichten.
In Bayern muss jeder Schüler ab der 11. Klasse in einer kleinen Gruppe ein bestimmtes Projekt organisieren. An unserer Schule wurde für unseren Jahrgang unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem MKO als Profiorchester angeboten, woraus nun eine Gruppe von zehn Schülern entstanden ist, die dem MKO hoch motiviert eigene Ideen und Vorschläge vorstellen und diese auch umsetzten will.
Wir haben verschiedene Projektideen, die wir mit Unterstützung des MKO-Büroteams und unserem Lehrer Herrn Pausch planen und im besten Fall umsetzen. Beispielsweise werden wir eine Konzerteinführung für ein Abo-Konzert im Prinzregententheater gestalten, ein Konzert bei uns in der Turnhalle für unsere Mitschüler organisieren und diesen Blog hier weiterführen.
Dabei spielt Musik bei uns in der Schule ohnehin eine große Rolle, denn das Pestalozzi-Gymnasium ist ein musisches Gymnasium. Alle Schüler in unserem Projekt spielen selbst in einem Orchester oder singen im Schulchor. Deshalb freuen wir uns besonders, nun Einblicke in die Arbeit eines professionellen Orchesters zu bekommen und unsere eigenen Vorstellungen und Ideen einbringen zu können.
Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und hoffen, dass Sie Spaß daran haben, unsere Projekte mitzuverfolgen.

(johe)

Time to say goodbye – Der letzte Artikel unserer Jahrgangsstufe des P-Seminars

Die Abiturprüfungen rücken immer näher, was jedoch nicht nur das wahrscheinlich von allen lang ersehnte Ende der Schullaufbahn ankündigt, sondern ebenfalls bedeutet, dass die Arbeit im P-Seminar und somit unsere Zusammenarbeit mit dem MKO jetzt abgeschlossen ist. Somit werden die meisten Mitglieder dieser Kooperation auf die letzten eineinhalb Jahre zurückblicken und sich fragen: Hat sich eine Zusammenarbeit dieser Art gelohnt? Welche Bedeutung hat ein solches Projekt für Jugendliche und die Szene der klassischen Musik in der heutigen Zeit?

Ebendiese Fragen stellte sich das P-Seminar gemeinsam mit Katrin Beck und Malaika Eschbaumer vom MKO in einer der letzten Sitzungen und wir stellten fest, dass eine solche Zusammenarbeit sowohl aus Sicht der Institutionen für klassische Musik, als auch von uns Jugendlichen als äußerst positiv empfunden wird. Einige von uns sind sogar der Ansicht, dass Projekte dieser Art Hoffnung für die Zukunft der klassischen Musik spenden. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass seit diesem Herbst das Luitpoldgymnasium und voraussichtlich nächstes Jahr wieder ein P-Seminar des Pestalozzigymnasiums mit dem MKO kooperieren. Für die zusätzliche Arbeit und Mühe, die dadurch für das MKO anfällt, möchten wir dem gesamten Orchester und ganz besonders Katrin Beck und Malaika Eschbaumer an dieser Stelle sehr herzlich für ihr großes Engagement danken.

Damit diejenigen, die sich für eine solche Erfahrung interessieren, einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen können, wie sich ein solches Seminar gestalten kann, organisieren wir am Mittwoch, den 03.02.2016, von der 6.-7. Stunde eine Veranstaltung, in der neben der Vorstellung unserer Projekte wie der Konzerteinführung, dem Text für das Programmheft zum 6. ABO-Konzert, der Erstellung einer Broschüre zum Thema Musikvermittlung beim MKO, der Zusammenstellung einer Übersicht über die 60-jährige Geschichte des MKO und natürlich dem Blog, die Sinfonie Nr. 49 “La Passione“ von Joseph Haydn und das Intermezzo und Scherzo von Franz Schreker erklingen werden. Eine Begrüßungsrede wird der Schuldirektor Herr Fuchs halten. Herzlich eingeladen, bei dieser Veranstaltung zuzuhören, sind alle Schüler der 10. bis 12. Jahrgangsstufe und Lehrer des Pestalozzigymnasiums.

Da dies das letzte Projekt des P-Seminars in diesem Jahr sein wird, ist dies auch der letzte Artikel, der von Schülern unserer Jahrgangsstufe geschrieben wird. Ob wir unsere im ersten Artikel angekündigte Absicht, Leuten in unserem Alter die Leidenschaft für klassische Musik nahezulegen, erreicht haben, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Für uns steht jedoch fest, dass es uns viel Freude bereitet hat, auf diese Art und Weise unsere Erlebnisse mit diesem einmaligen Orchester zu schildern.

Interview mit Prof. Krzysztof Wegrzyn

Nach dem Gala-Preisträgerkonzert des Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs hatte ich die Möglichkeit den Initiator und künstlerischen Leiter Krzysztof Wegrzyn zu treffen. In einem kurzen Interview habe ich versucht, einiges über seine Arbeit, das MKO und den Werdegang der Teilnehmer in Erfahrung zu bringen. Die folgende Fassung ist gekürzt.

Sie sind künstlerischer Leiter des Wettbewerbs. Was genau fällt in Ihren Aufgabenbereich?

Das ist eine kurze Frage und extrem lange Antwort: Alles, was irgendwie mit der Kunst zu tun hat. So z.B. die Zusammenstellung des Programms sowie des Repertoires, die Einladung aller Mitarbeiter auf dem Gebiet „Kunst“- das heißt die Jury, die Pianisten, den Komponisten für das Auftragswerk und schließlich den Dirigenten und das Orchester. Darüber hinaus muss ich Entscheidungen treffen; so prüfe ich das zugesandte Repertoires. Und dann bin ich natürlich ganz grundsätzlich immer damit konfrontiert, was junge Künstler und unsere Teilnehmer von dem Umfeld hier erwarten oder erwarten können. Also ich werde eigentlich bei allem, was nur im Entferntesten mit der Kunst oder den Künstler zu tun hat, konsultiert. Das sind auch Sachen, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht sieht, wie beispielsweise die Entscheidung, wie viel Einspielzeit ein Künstler vor dem Auftritt braucht. Wie gesagt, alles was unsere Künstler hier betrifft, muss erst durch die Instanz des künstlerischen Leiters bestätigt werden. Das ist relativ viel, aber umso interessanter ist das Ganze.

Warum wurde gerade das MKO als Begleitorchester für das Semifinale ausgewählt?

Ganz einfach: Wir suchen nach dem Besten vom Besten. Außerdem war das MKO verfügbar und es war auch mein Wunsch. Wir streben nach höchster Qualität bei unseren Teilnehmenden und bieten ihnen auch höchste Qualität aus dem Umfeld des Wettbewerbs. Und ich brauche nicht zu betonen, wie gut das Orchester ist, nämlich ausgezeichnet. Und sympathisch! Ich kann das jetzt sagen: Es gab niemanden, der irgendeine Unzufriedenheit von sich gegeben hat. Ganz im Gegenteil! Ich habe sehr viele Kommentare von den Teilnehmern gehabt, wie dankbar sie sind, dass sie mit so einem Orchester auftreten durften.

– An dieser Stelle ein kleiner Einschnitt: Auch ich kann sagen, dass unser P-Seminar im Laufe des letzten Jahres nicht nur mit irgendeinem Profiorchester zusammengearbeitet hat, sondern das sympathische und schwungvolle Auftreten (nicht nur in den Konzerten) des MKO erleben durfte. Also an diesem Punkt auch von uns nochmal ein herzliches Dankeschön für die tolle Kooperation. –

Haben Sie den Eindruck, dass alle Teilnehmer solistische Karrieren anstreben oder auch viele ihren Platz im Orchester finden?

Statistisch gesehen ist es unmöglich, dass alle solistische Karrieren starten. Aber ich glaube am Anfang der Ausbildung und des musikalischen Werdegangs ist es gut, sich in diese Richtung entwickeln zu wollen. Auch die Leute, die heute sogenannte Solisten sind, suchen früher oder später nach kammermusikalischer Betätigung oder Lehrtätigkeit. Heute ist es also fast unmöglich, nur vom solistischen Spiel zu leben. Also denke ich, dass auf gar keinen Fall alle eine solistische Karriere beginnen, und wenn man dann in einem sehr guten Orchester spielt, ist das doch eigentlich wunderbar! Wenn die Leute eine Möglichkeit haben, z.B. im MKO unterzukommen, dann ist das sehr gut und dann muss jeder von uns seinen Platz im Musikleben finden, wenn wir das wirklich lieben.

Vielen Dank für das Interview!

Das Treffen mit Prof. Krzysztof Wegrzyn war eine wunderbare Gelegenheit einen Blick hinter die Kulissen eines großen internationalen Wettbewerbs zu werfen. Es war nicht nur eine tolle persönliche Erfahrung, sondern hat auch unglaublich Spaß gemacht, denn mit Krzysztof Wegrzyn hatte ich das Glück eines sehr offenen und humorvollen Interviewpartners.

VS

Clemens Schuldt – Der neue Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters

Vor Kurzem ist die Wahl für den neuen Chefdirigenten des Münchener Kammerorchesters auf den 32-jährigen Clemens Schuldt gefallen. Dieser wird im Herbst 2016 Alexander Liebreich nach dessen 10-jähriger Amtszeit ablösen und das Orchester bis vorläufig 2019 leiten.

Schuldt, der zuerst Violine studierte und selbst jahrelang in bedeutenden Kammerorchestern als Streicher tätig war, ist heute einer der interessantesten jungen Dirigenten. Er gewann bereits viele namhafte Preise, wie 2010 den Donatella Flick Dirigierwettbewerb in London und stand schon bei den berühmtesten Orchestern der Welt, wie dem Philharmonia Orchestra oder dem London Symphony Orchestra, am Pult. Außerdem arbeitete er mit großen Dirigenten wie Sir Colin Davis, Valery Gergiev und Sir Simon Rattle zusammen.

Sicherlich war diese beeindruckende Biographie nicht der einzige Grund für die Wahl des MKO. Michael Weiss vom Orchestervorstand äußerte sich auf der Internetseite des Orchesters zu den musikalischen Fähigkeiten des Dirigenten wie folgt: „In Werken von Mozart, Henze und Richard Strauss haben wir Schuldt als einen Künstler von höchster Kompetenz und mit einem brennenden Gestaltungswillen kennen gelernt, dessen genuin kammermusikalisches Partiturverständnis der Arbeitsweise des Orchesters unmittelbar entgegenkommt. Wir hatten dabei das Gefühl in Bereiche zu gelangen, in denen sich das gemeinsame Atmen von Dirigent, Musikern und Publikum ereignen kann.“

Ich persönlich bin sehr gespannt, wie Clemens Schuldt diese neue Position übernehmen wird, wobei ich der Meinung bin, dass er und das MKO herrlich miteinander harmonieren werden. Nicht zuletzt deswegen, weil sich Schuldt als ehemaliger Orchestermusiker sicherlich problemlos in die Sichtweise des Orchesters hineinversetzen kann. Auch sein Dirigierstil ist meines Erachtens dem Alexander Liebreichs v.a. in seiner Präzision sehr ähnlich. Und seine junge, aufgeschlossene und energiegeladene Art ergänzt sich bestimmt gut mit der Philosophie und der Spielweise des Orchesters.

SH

Im Stillen hier, ganz allein in der Zelle: Ich und mein klarer Verstand (aus Schostakowitschs Sinfonie 14 op. 135 Nr. 7 Im Kerker der Sante)

Am 15. Oktober konnte man endlich das 1. Abokonzert des MKOs zum Saisonthema „Isolation besuchen. Auch die Mitglieder unseres P-Seminars erschienen zahlreich zur Saisoneröffnung. Alexander Liebreich gestaltete eine humorvolle Konzerteinführung mit dem Basssänger Sergei Leiferkus. Ein dramatischer Einstieg bot Haydns Ouvertüre zur Oper „L’isola disabitata“ und fesselte die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Zuvor verglich Liebreich die „Unbewohnte Insel“ der Ouvertüre mit Nordkorea – isoliert von der Außenwelt, perfekt für intensive erste Eindrücke. In Sibelius’ Rakastava konnte man nicht anders, als der schönen Melodie in eine Welt der Gefühle zu folgen und den sehnsuchtsvollen Geigen zu lauschen. Fast konnte man schon ein unterdrücktes Seufzen im Saal spüren. Ich fühlte mich plötzlich in ein Schwarz-Weiß-Film zurückkatapultiert, wo sich Emotionen und Stimmungen noch mit der Musik ausdrückten. Von der melancholischen Stimmung, die Sibelius dem Publikum hinterließ, ging es weiter zur inneren Verwirrtheit. Sezers Werk fand einen unerwarteten und unverhofften Schluss aus dem Gefühlschaos. Zum Finale ertönte Schostakowitschs 14. Sinfonie, in der verschiedene Facetten des Todes dargestellt wurden. Schostakowitsch schrieb die Komposition der Sinfonie im Krankenhaus, dementsprechend ist auch die Grundstimmung sehr düster und der Gedanke an den Tod präsent. Sopran und Bass vermittelten die Intentionen der Lieder erfolgreich an das Publikum, denn diese verließen nach begeistertem Applaus nachdenklich das Konzert. Der gelungene Auftakt in die Saison „Isolation“ war äußerst vielversprechend und ich bin schon gespannt, was uns im nächsten Konzert erwartet.

WD

Zwischenbericht – Ein Projekt meldet sich wieder

Liebe Leserinnen und Leser,
zwei unserer Projekte sind bereits abgeschlossen: die Konzerteinführung und die Begleitung der Programmheft-Redaktion. Der Blog läuft ja quasi als ein „unendliches“ Projekt und wird, wie Sie vielleicht an den unterschiedlichen Kürzeln gemerkt haben, von den restlichen Seminarteilnehmern tatkräftig unterstützt.
Bleibt also nur noch ein Projekt übrig, das langsam (in mühevoller Arbeit!!) Form annimmt: „Erstellung einer Broschüre zur Musikvermittlung an Kinder- und Jugendgruppen“!
Nach einer Präsentation beim MKO-Management haben Frau Beck (MKO) und ich die Texte nochmals überarbeitet und dabei eine Fokussierung auf Kinder- und Jugendgruppen vorgenommen. Nun haben wir noch Verstärkung von Miriam bekommen, die ebenfalls die Texte Korrektur gelesen hat, sodass an diesen nun wirklich nichts mehr auszusetzten sein dürfte. Nächste Woche geht es wieder ins MKO-Büro und die Broschüre wird abermals vorgestellt. Danach dürfen wir Schüler bei der Bilderwahl mitwirken und die Texte bis zum Druck begleiten. Bis Weihnachten halten wir dann hoffentlich einen wunderbaren, ansprechenden Flyer in Händen, der viele Kinder und Jugendliche sowie deren Lehrer und Leiter motiviert, sich in den vielfältigen Angeboten des MKO mit der „klassischen“ Musik auseinander zu setzen!
Ebenfalls zum Thema Musikvermittlung für Jugendliche organisiert das P-Seminar mit Hilfe des MKO ein Konzert im Januar oder Februar nächsten Jahres in unserer Schule. Dort werden wir unsere dann hoffentlich alle abgeschlossenen Projekte kurz präsentieren. Außerdem wollen wir durch dieses abschließende Projekt unseres P-Seminars zeigen, dass die Partnerschaft zwischen dem MKO und dem Pestalozzi-Gymnasium ein grandioser Erfolg (für beide Parteien!) war und in den weiteren Jahren gefestigt werden sollte. Nähere Infos gibt es zeitnah auf der Website des MKO.

SZ

Internationaler Joseph Joachim Wettbewerb 2015 in Hannover – mit dem MKO

In diesem Jahr wird in Hannover zum achten Mal der Internationale Joseph Joachim Violinwettbewerb ausgetragen, der zu den renommiertesten der Welt gehört. Dieser Preis gilt als Sprungbrett für eine internationale Karriere. So sind Preisträger aus früheren Jahren beispielsweise die Münchner Geigerin Arabella Steinbacher, Nemanja Radulovic und Anton Barachovsky, Konzertmeister des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, um nur einige zu nennen.
Auch das MKO ist mit dabei: Unter der Leitung von Daniel Giglberger wird es in den Semifinalrunden vom 4. bis 6. Oktober 2015 die Violinkonzerte von W. A. Mozart begleiten. Zwölf Teilnehmer haben sich mit Werken für Solo-Violine und einer Sonate für Violine und Klavier in die Semifinalrunden gespielt. Zu ihnen gehört unter anderem Diana Tishchenko, die bereits im Finale des ARD-Musikwettbewerbs gespielt hat und mit Daniel Giglberger KonzertmeisterIn des MKO ist.
Am 8. und 9. Oktober wird sich dann entscheiden, wer die diesjährigen Preisträger des Wettbewerbs sind. Ich habe die grandiose Gelegenheit das Gala-Preisträgerkonzert des Wettbewerbs genießen und unser P-Seminar im Publikum vertreten zu können. Wer ebenfalls gerne Teile des Wettbewerbs sehen möchte, kann die einzelnen Runden auf der Internetseite des Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs auch nachträglich mitverfolgen.

VS