Wie viele andere Orchester, geht das MKO auch mal auf Tour. Vom Konzert in Ravensburg bis zu großen Tourneen durch Asien und Südamerika ist alles dabei.
Nun hatte der Kammerchor unserer Schule die Möglichkeit auch mal auf Reisen zu gehen. Unser Ziel: Berlin.
In der Hauptstadt fand letzte Woche nämlich der “Grand Prix of Nations” statt, wo 30 Chöre aus 15 verschiedenen Nationen zusammen kamen, um in verschiedenen Kategorien gegeneinander anzutreten oder sich bei Freundschafts- und Gala-Konzerten gegenseitig ihre Stücke vorzutragen.
Schon seitdem unsere Leiterin den Wettbewerb im September angekündigt hatte, freuten wir uns auf den 1. Februar. Total hibbelig und aufgedreht traten wir die sechsstündige Zugfahrt an, waren allerdings bis zu unserer Ankunft im Hostel ziemlich erschöpft und bereit für das Bett.
Lang konnten wir nämlich nicht aufbleiben, denn am nächsten Morgen wurde es schon ernst: unser Wettbewerbs Auftritt.
Trotz der frühen Stunde am nächsten Tag, hat jeden schon eine gewisse Grundnervosität aber auch Vorfreude ergriffen. Auf der Fahrt zur Philharmonie wurde auch kaum über etwas anderes geredet. Man ging nochmal die Stücke mit seinen Freunden durch, versuchte sich seine Stimme nochmal zu verinnerlichen und gleichzeitig doch noch etwas von Berlin mitzubekommen.
In der Philharmonie angekommen, die architektonisch ein wunderschönes Gebäude ist, gerieten wir mehr und mehr in den “Konzertmodus” und versuchten so konzentriert wie möglich zu sein. Was, wenn man 16-18-jährige Schüler kennt, nur mäßig geklappt hat; natürlich waren wir ein wenig sehr überdreht. Um 10:30 Uhr galt es jedoch: konzentrieren und jeder sein Bestes geben.
Nun ja, meiner Meinung nach hätten wir durchaus besser abliefern können, aber schlecht waren wir trotzdem nicht. Aber es war geschehen und nun konnten wir nur noch auf den Anruf warten, der gegen Mittag unser Weiterkommen verkünden sollte. Jeder verbrachte die Freizeit, die wir danach hatten, Berlin selbstständig zu erkunden. Doch ruhig und gelassen war kaum jemand: wann kam endlich dieser Anruf?!
Er kam leider gar nicht. Zutiefst enttäuscht besuchten wir das erste Freundschaftskonzert, um unsere Konkurrenten zum ersten Mal zu hören.
Wir waren größtenteils …ja …überrascht (und wahrscheinlich in dem Moment schlechte Verlierer), aber konnten es nicht fassen, dass bei einem Chorwettbewerb jeder Chor eine Tanzeinlage hatte. Unsere Lektion für nächstes Mal: in Dirndl und Lederhosen anreisen und vom Schuhplattler bis zum Schäfflertanz alle bayerischen Tänze mit einbauen.
Scherz beiseite: die anderen Chöre waren natürlich sehr sehr gut und sehr schön anzuhören. Der Tanz-Aspekt und warum wir es nicht weiter geschafft haben bleiben uns trotzdem noch ein Rätsel…
Aber ganz verschwendet war die Reise nach Berlin nun auch nicht. Wir legten noch zwei super Auftritte hin, hatten Zeit um Berlin zu erkunden, Museen zu besuchen, Shoppen zu gehen, die Stadt nachts unsicher zu machen und genossen die Tage in vollen Zügen. Außerdem nutzten wir aus, dass auch andere Chöre wie aus Litauen und Slowenien in unserem Hostel einquartiert waren, knüpften Kontakte und verbrachten lustige und schöne Abende zusammen. Wir mussten Berlin schweren Herzens und auch ein wenig übermüdet Sonntag früh verlassen und feststellen, dass Konzertreisen zwar super viel Spaß aber auch viel Erschöpfung mit sich bringen.

(emho)